Brand Energiespeicher
Einsatzbericht
Brand eines stationären Energiespeichers in Bautzen
Großbrand eines Batteriespeichers fordert Feuerwehr über mehr als 48 Stunden
Am Dienstag, dem 21. Juli 2026, wurde die Feuerwehr Bautzen gegen 16:00 Uhr zu einem Brand eines stationären Batteriespeichers im Bereich des Schliebenparkplatzes alarmiert. Als Alarmstichwirt ging hier "Kleinbrand" voraus.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte einer von insgesamt vier Batteriecontainern einer stationären Energiespeicheranlage. Die Anlage dient der Zwischenspeicherung elektrischer Energie und dem Ausgleich von Lastschwankungen im Stromnetz.
Der ersteintreffende Gruppenführer der Berufsfeuerwehr forderte sofort weitrere Kräfte & Mittel nach.
Aufgrund der besonderen Gefahren, die von Lithium-Ionen-Energiespeichern ausgehen, wurde die Einsatzstelle weiträumig abgesichert. Der betroffene Batteriespeicher wurde bereits unmittelbar nach Brandausbruch vom Stromnetz getrennt. Eine Gefährdung der Stromversorgung bestand zu keinem Zeitpunkt.
Bereits in der Anfangsphase des Einsatzes war erkennbar, dass es sich um ein außergewöhnlich langwieriges und anspruchsvolles Einsatzgeschehen handeln würde. Die Feuerwehr entschied sich deshalb für eine kontrollierte Brandbekämpfung mit einer dauerhaften Kühlung des betroffenen Containers. Ziel war es, eine weitere Erwärmung sowie eine mögliche Ausbreitung des sogenannten Thermal Runaway auf weitere Batteriemodule zu verhindern.
Hierzu wurden über viele Stunden hinweg rund 3.000 Liter Wasser pro Minute zur Kühlung eingesetzt. Gleichzeitig erfolgte eine kontinuierliche Temperaturüberwachung des Containers sowie eine permanente Lagebeobachtung.
Parallel dazu führten Spezialkräfte der Feuerwehr mit Erkundungskraftwagen umfangreiche Luftmessungen im gesamten Innenstadtbereich durch. Ergänzend überwachte eine Drohne den betroffenen Batteriecontainer regelmäßig aus der Luft, um Temperaturentwicklungen sowie Veränderungen der Lage frühzeitig erkennen zu können.
Obwohl die Messungen während des gesamten Einsatzes keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffkonzentrationen ergaben, kam es in weiten Teilen der Innenstadt sowie insbesondere im Bereich der Altstadt zu einer deutlichen Geruchsbelästigung durch die Brandgase. Aus Vorsorgegründen wurde die Bevölkerung mehrfach aufgefordert,
- Fenster und Türen geschlossen zu halten,
- Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten,
- Aufenthalte im Freien auf das notwendige Minimum zu beschränken und
- den Bereich rund um die Einsatzstelle weiträumig zu meiden.
Zur Information der Bevölkerung kamen neben den Warnsystemen MOWAS und NINA auch Lautsprecherfahrzeuge zum Einsatz.
Zum Schutz der unmittelbar betroffenen Anwohner wurde bereits am Abend ein erster Evakuierungsbereich eingerichtet. Im weiteren Einsatzverlauf musste dieser gegen 03:30 Uhr vorsorglich erweitert werden. Dadurch wurden fünf weitere Wohnhäuser im Bereich Leibnizstraße/Fiedlerstraße geräumt. Insgesamt mussten rund 50 Personen ihre Wohnungen verlassen und wurden zum Teil in einer vorbereiteten Turnhalle untergebracht und versorgt.
Auch für den folgenden Tag wurden vorsorgliche Schutzmaßnahmen getroffen. Die Kinder der Fichte-Grundschule, der Förderschule am Schützenplatz sowie der Kindertagesstätte Purzelbaum sollten am Donnerstag zunächst zu Hause bleiben, um jegliche mögliche Belastung auszuschließen.
Nach nahezu zwölf Stunden ununterbrochenen Einsatzes begann gegen 05:30 Uhr der planmäßige Austausch der Einsatzkräfte. Die Brandbekämpfung sowie die umfangreichen Kontrollmaßnahmen wurden ohne Unterbrechung durch nachrückende Feuerwehrkräfte fortgeführt. Als Bereitstellungsplatz diente dazu der Netto Parkplatz an der Dresdener Straße.
In der Nacht auf Donnerstag wurde nach Rücksprache mit diversen Fachberatern eine Taktikänderung anfisiert. Der Container wurde durch einen Bagger vom THW geöffnet und ein Lösch-Unterstützungsfahrzeug (LUF60) der Berufsfeuerwehr Dresden konnte ferngesteuert das Feuer mit mehreren Tausend Litern Wasser pro Minute bekämpfen. Gegen 10:00 Uhr konnte festgestellt werden, dass das Feuer erloschen war. Die Warnung der Bevölkerung wurde daraufhin reduziert. Im Anschluss konzentrierten sich die Einsatzkräfte auf umfangreiche Kontrollen der Brandstelle sowie der angrenzenden Straßen und Gebäude. Gleichzeitig wurde die Einsatzleitung zentral auf dem Schliebenparkplatz eingerichtet.
Nachdem sämtliche Messungen weiterhin unauffällig geblieben waren und keine Gefährdung mehr festgestellt werden konnte, konnten gegen 13:00 Uhr alle zuvor evakuierten Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Rückkehr erfolgte in Abstimmung mit der Einsatzleitung der Feuerwehr.
Bis in die Abendstunden hinein verblieben Einsatzkräfte an der Brandstelle, um letzte Temperaturkontrollen, Nachkontrollen mittels Wärmebildtechnik sowie Sicherungsmaßnahmen durchzuführen.
Am 23. Juli 2026 um 20:00 Uhr konnte die Feuerwehr schließlich Entwarnung geben. Die Einsatzstelle wurde aus Sicht der Feuerwehr als sicher eingestuft und an den Eigentümer der Anlage übergeben. Damit endete einer der längsten und technisch anspruchsvollsten Feuerwehreinsätze der vergangenen Jahre in Bautzen.
Im Einsatz befanden sich über 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, DRK, ASB, Polizei, diverse Fachberater für Gefahrstoffe und Hochvoltsysteme, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Oberbürgermeister Karsten Vogt, der Landrat, der Kreisbrandmeister, die Führungsgruppe der Feuerwehr Bautzen und viele weitere Akteure im Hintergrund.
Die Brandursache war zum Zeitpunkt des Einsatzabschlusses weiterhin Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.
Die Feuerwehr bedankt sich ausdrücklich bei allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis, ihre Geduld sowie die konsequente Beachtung der Schutzmaßnahmen während des gesamten Einsatzes. Durch das besonnene Verhalten der Bevölkerung konnten die umfangreichen Maßnahmen sicher und effektiv durchgeführt werden.
Eingesetzte Kräfte
BF Bautzen, FF Bautzen-Mitte, FF Niederkaina, FF Kleinwelka, FF Salzenforst, FF Stiebitz, Führungsgruppe BF Bautzen, ABC Fachberater, ASB Betreuungszug Bautzen, Drohnenstaffel Bautzen/Stiebitz, Kreisbrandmeister, OrgLeiter-Rettungsdienst, Rettungsdienst, Polizei, FF Frankenthal, FF Preititz-Kleinbautzen-Purschwitz, FF Großerkmannsdorf, FF Kirschau-Rodewitz, FF Wilthen, FF Kubschütz, FF Göda, FF Cunewalde, FF Olbersdorf, FF Schwepnitz (ELW Rettungsdienst), FF Weigsdorf-Köblitz, Drohnenstaffel Landkreis Görlitz, THW Bautzen, THW Kamenz, THW Dresden, Erkundungskraftwagen Meißen, THW Zittau, und weitere






