Feuerlöschtechnik im Wandel der Zeit

Feuerverordnung für die Stadt Bautzen wurde von dem Stadtrat Dr. Klien am 1. Juli 1850 erlassen und stellte zugleich die umfassende Neustrukturierung des städtischen Feuerlöschwesens dar. Zum ersten Feuerlöschdirektor wurde der Kaufmann Robert Schramm berufen, der bis dahin Kommandant der Freiwilligen Bürger-Feuer-Compagnie war.

In den Feuerverordnungen ab 1671 wurden Hauseigentümer und Handwerker verpflichtet, in ihren Gebäuden und Werkstätten Feuerlöschgeräte, wie einfache Handspritzen (“Stockspritzen”), Löscheimer, Äxte, Einreißhaken und Leitern, aber auch Wasser vorzuhalten. Wenn es jedoch nicht gelang den Brand schon in der Entstehungsphase zu ersticken, erwiesen sich diese Mittel meist als weitgehend wirkungslos. Nach Böhland übernahm die Stadt Bautzen im Jahr 1671 ihre ersten beiden Spritzen von einem Hersteller in Magdeburg (Magdeburg bezog seinerseits um 1880 seine ersten Dampfspritzen aus Bautzen!) In der Bautzener Feuerverordnung von 1710 werden bereits drei “große metallene Spritzen” genannt. Dabei handelte es sich zweifelsfrei um die sogenannten “Schwanenhals-Spritzen”.

1922-1970

  • Der Rat der Stadt kaufte in dem besagten Jahr eine Automobilspritze von der Firma Koebe mit einer Leistung von 1000l/min, diese war nur mit den notwendigsten Dingen bestückt.
  • 1928 kaufte die Stadt eine zweite Automobilspritze von der Fa. Koebe, Pumpenleistung 1200l/min. Das Fahrzeug verrichtete seinen Dienst in Bautzen bis 1950 und war dann noch bis 1970 bei den Feuerwehren in Bischofswerda und in Weickersdorf im Einsatz.
  • Der Aufbau der ursprünglichen in offener Bauweise schon luftbereiften gelieferten Fahrzeuge wurde 1937 durch die hauptamtlichen Kräfte mit einer eigenwilligen Konstruktion geschlossen worden, so waren sie nicht mehr der Kälte im Winter ausgeliefert.
  • Bis 1947 verrichtete das Fahrzeug seinen Dienst und wurde erst 1949 ausgemustert.
  • 1935 folgte die Beschaffung einer Mercedes-Benz Kraftfahrdrehleiter mit einer Steighöhe von 27m.

Ab 1937 änderte sich das äußere Erscheinungsbild der Feuerwehrfahrzeuge, so trugen die Kennzeichen der Fahrzeuge den Vorsatz “Pol” (Polizei) da die Feuerwehr in die Polizei eingegliedert wurde. Ab dem 1. März 1937 hatte eine Umlackierung in die Farbe “Tannengrün” (Polizeigrün) zu erfolgen, was in Bautzen aber erst 1941 verwirklicht wurde. Auch mussten die Stadtwappen der Hoheitsabzeichen von der Polizei weichen. Ab 1950 trugen die Nummernschilder dann den Vorsatz “VP” für Volkspolizei. Währen der DDR Zeit erfolgte in Etappen die zentral gesteuerte Zugführung verschiedener Lösch- und Sonderfahrzeuge, die jeweils nach einiger Zeit durch Neu- und Weiterentwicklungen ausgetauscht wurden. Darunter waren Lösch- und Tanklöschfahrzeuge auf H3 A-, S 4000- und W50 – Fahrgestellen, Drehleitern und Schlauchwagen auf S 4000 bzw. W50-Fahrgestellen sowie Lösch- und Sonderfahrzeuge auf der Basis des bewährten Robur-LO. Nach der erfuhr der Fahrzeugpark schrittweise eine umfassende Erneuerung und Erweiterung, so dass heute moderne und leistungsfähige Lösch- und Sonderfahrzeuge für alle Arten von Einsätzen bereitstehen. Auch die Kennzeichen nahmen wieder zivilen Charakter an, aus dem Vorsatz “VP” wurde “BZ” für Bautzen.