Jugend und Feuerwehr

Ob bei “Tag der offen Tür”, bei anderen öffentlichen Veranstaltungen der Feuerwehren oder einfach bei Besuchen von Schulklassen in Feuerwachen und Feuerwehrgerätehäusern wird das immer wieder deutlich. Es ist wohl für viele Kinder das Größte, einmal in einem richtigen Feuerwehrauto zu sitzen, und wenn dann als Höhepunkt noch ein Feuerwehrhelm aufgesetzt werden kann und das Martin-Horn ertönt, ist das Glück vollkommen. So ist es auch zu verstehen, dass in allen 5 Ortswehren der Freiwilligen Feuerwehr Bautzen Jugendgruppen bestehen. Die Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 – 18 Jahren (darunter auch viele Mädchen!) können hier einer überaus sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachgehen, indem sie nicht nur feuerwehrtechnische Grundkenntnisse aneignen, sondern auch bei Sport, Spaß, Spiel und Wettbewerben eine verschworene Gemeinschaft bilden, in der sich der eine auf den anderen verlassen kann.

Im Osten Deutschlands gingen die Jugendfeuerwehren zum größten Teil aus den schulischen Arbeitsgemeinschaften “Junge Brandschutzhelfer” in der DDR hervor, deren vordringliche Aufgabe es war, den Gedanken des vorbeugenden Brandschutzes weiterzutragen. Im Jahr 1952 wurde in Bautzen ein FDJ-Brandschutzaktiv gebildet, dessen Mitglieder im Alter zwischen 14 und 16 Jahren eine feuerwehrtechnische Grundausbildung erhielten und 1954 die Ausgangsbasis für die Neuorganisierung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Bautzen. Einen Hinweis auf die organisierte Jugendarbeit gibt es aber schon aus dem Jahr 1928. Hermann Porsche (1857-1935), Wäschereibesitzer und aktives Mitglied des Steigerzuges der Freiwilligen Feuerwehr Bautzen, begann in jenem Jahr die Arbeit mit feuerwehrbegeisterten Jungen, die in der Regel das 10. Lebensjahr vollendet haben mussten. Den Jungen stand nicht nur eine kleine, für den Gebrauch von Kinderhände gebaute, funktionstüchtige Handdruckspritze, sondern auf Porsches Grundstück an der Bleichenstraße auch ein kindgemäßer Steigerturm zur Verfügung. An jedem Sonntag, pünktlich 9 Uhr, wurde mit den Übungen begonnen, was immer zahlreiche Zuschauer anlockte. Am Umzug zum 51. Verbandstag des Kreisfeuerwehrverbandes Bautzen am 3. Juli 1932 in Bischofswerda durfte “Porsches Jugendfeuerwehr” mit einem eigenen Festwagen teilnehmen, auf dem stolz auch die kleine Handdruckspritze mitgeführt wurde. Es ist kennzeichnend für die politische Situation in der damaligen Zeit, dass die an die Macht gekommenen Nationalsozialisten schon 1933 diese Jugendfeuerwehr verboten, da sie sich ihrer Kontrolle entzog. Aber einige Jugend fanden in den späteren Jahren zur Feuerwehr zurück!

2013 bis heute

  • in Bautzen gibt es 5 Jugendfeuerwehren (BZ-Mitte, Stiebitz, Niederkaina, Kleinwelka und Salzenforst) mit 82 Mitgliedern davon 18 Mädchen und 64 Jungen (31.12.2013)