Von der lauten zur stillen Alarmierung
In früheren Zeiten waren Brände in der Stadt und ihrer Umgebung mit ganz erheblichem Lärm verbunden, um so viele Helfer wie möglich zu mobilisieren. Den Nachtwächtern fiel zur Aufgabe auf ausbrechende Brände zu achten und die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten. Verstärkung beim Lärm schlagen kam später vom Militär, das die Trommeln zu rühren hatte. Im Laufe der Zeit wurden spezielle Vorschriften für das “Sturmläuten” durch die Türmer des Petriturmes, des Lauenturmes und des Reichenturmes erlassen.
Bedeutung des Läuten von einem Turm
- Einmaliges Läuten bedeutete ein Brand in der Seidau oder in den umliegenden Ortschaften.
- Zweimaliges Läuten bedeutete ein Brand in den Vorstädten.
- Dreimaliges Läuten bedeutete ein Brand in der Inneren Stadt Bautzen
Zum letzten Male ertönten die Sturmglocken bei einem Großbrand am 7. Juli 1939 als auf der großen Brüdergasse ein Dachstuhl in Flammen stand. Um den Bürgern und Gästen der Stadt Bautzen einen Eindruck zu vermitteln wie diese Alarmierung funktionierte wurde am 28. August 1999 vom Petriturm noch einmal Sturm geläutet. Anlass war eine mit historischer Technik durchgeführte Großübung auf dem Hauptmarkt, die Teil der Vorführung zur Eröffnung der Sonderausstellung im Stadtmuseum zur Geschichte der Feuerwehr Bautzen war.
Ab dem Jahr 1910 gab es den 1. Brandmelder die beim auslösen zunächst auf der Polizeiwache auf dem Hauptmarkt aufliefen. Später dann aber in der Fernmelde- und Alarmzentrale auf dem Kirchplatz. Bis 1929 waren 29 Melder in dem Stadtgebiet verteilt. Zuletzt waren es dann 42 öffentliche Melder.
1959 wurde die 1. Sirene auf dem Uhrturm des Gebäudes Stadtmuseum/Sparkasse installiert. Bis 1992 waren deren Zahl auf 10 gestiegen, davon allein 3 im Stadtteil Gesundbrunnen. Das bedeute vor allem Nachts für die Bürger eine große Lärmbelästigung wenn die Feuerwehrleute zum Einsatz gerufen wurden. Inzwischen war jedoch die in den Jahren 1969/70 begonnene Einführung der Alarmierung durch Funkmeldeempfänger (FME) so weit fortgeschritten, dass auf Sirenen verzichtet werden konnte, zumal auch wirtschaftliche Zwänge dies erforderten.
Am 20. April 1993 wurden die Einwohner der Stadt zum letzten Mal durch Sirenengeheul aufgeschreckt.
1993 bis heute
- Die Alarmierung wurde im Zeitraum von 1993 bis 1996 auf ein digitales Alarmierungssystem, welches sich um 2m Band abspielt, umgestellt.
- Mit Einzug in die neue Feuerwache, im August 2002, stehen den Einsatzkräften auch 2 Alarm-Displays zur Verfügung. Hier werden bei Alarm relevante Daten zum Einsatz angezeigt (Einsatzort, Einsatzart, sonstige Informationen)
- zusätzlich zur Alarmierung über die digitalen Meldeempfänger (DME) bekommen die Wehren noch ein Einsatz-Fax in die Gerätehäuser geschickt – Hier sind zusätzlich zum Einsatzort, Einsatzart etc. noch geeignete Anfahrtswege, Objektinformationen und alarmierte Kräfte / Mittel vermerkt
- Als Endgeräte werden Swissphone Roter Hahn, Swissphone Patron, Motorola Firestorm, Swissphone BOSS 900, 910 und EuroBOS Zeus sowie Swissphone Hurricane und Hurricane Voice verwendet
- zusätzlich zur stillen Alarmierung über “Pieper” kommt im Ortsteil Kleinwelka, aufgrund der baulichen Gegebenheiten, noch die Sirenenalarmierung zum Zuge. Weiterhin werden die Sirenen zur Warnung der Bevölkerung im Katastrophenfall genutzt
- Die Alarmierung erfolgt über die Rettungsleitstelle in Bautzen
